In Deutschland verschenkt man zum Jahreswechsel kleine Glücksbringer: Centstücke, ein Marzipanschwein, einen Blumentopf mit Klee und Schornsteinfeger oder ein Hufeisen, in dem sich das Glück sammeln soll. Wir haben uns umgesehen, welche Traditionen es hierzulande und in den Nachbarländern sonst noch gibt.
Nicht nur glücklich, sondern auch süß wird es bei uns in Deutschland kurz vor dem neuen Jahr. Insbesondere in Norddeutschland sind Berliner mit allerlei Füllungen beliebt. Und wenn wir schon beim Essen sind: Raclette zu Neujahr ist in vielen Familien zur geliebten Tradition geworden. Fehlen darf auch nicht die Bowle. Bleigießen ist wegen der Schwermetallbelastung in der EU übrigens seit einigen Jahre verboten.
Abergläubische Personen sollten zwischen den Weihnachtstagen und Neujahr außerdem keine Wäsche aufhängen – in den Laken könnten sich sonst die Seelen Verstorbener verfangen.
Silvesterbräuche in Tschechien und Bulgarien
Zurück zu erfreulichen Dingen – dem Essen: Was in Deutschland die Linsensuppe ist, ist in Tschechien die Schuppe vom Weihnachtskarpfen. Wer diese unter den Teller oder in den Geldbeutel legt, dem soll das Kleingeld nicht ausgehen.
Etwas robuster werden Geldsegen und Gesundheit in Bulgarien von Kindern verteilt: durch den Schlag mit einer bunt geschmückten Rute des Kornelkirschenbaums, der sogenannten Surwatschka, auf Rücken oder Schulter.
Tradition zum Jahreswechsel in Griechenland
In Griechenland wird eine Münze in das Basiliusbrot eingebacken. Wer das Glück hat, diese zu finden, den soll dieses im kommenden Jahr weiter begleiten. In der Neujahrsnacht ist das Karten- oder Würfelspielen ein beliebter Zeitvertreib. Wer gewinnt, hat auch weiterhin Glück.
Silvestertraditionen in Portugal
Glück und Geld bringt es in Portugal, um Mitternacht eine Münze in der Hand zu halten. Auch werden böse Geister mit dem Aufeinanderschlagen von Töpfen und Pfannen vertrieben.
Ein Bad und neue Kleidung sorgen an Neujahr für das gewünschte finanzielle Polster. Um Wünsche geht es um Mitternacht, wenn zu jedem Glockenschlag eine Weintraube verspeist wird.
Bräuche zum Jahreswechsel in Spanien
Den Trauben-Brauch gibt es auch in Spanien. Für Wohlstand wir dort ein goldener Ring ins Sektglas gegeben. Und für das dazugehörige Glück tragen viele Frauen an Silvester rote Unterwäsche. Das kennt man auch in Italien. Glück und Geld verspricht die Mahlzeit mit Linsen und Würstchen.
Silvesterbräuche in England und Schottland
Dreieckige mit Hackfleisch gefüllte Törtchen werden als Glücksbringer in England verschenkt. Mit Rosinenbrot, Whiskey und einem Stück Kohle bringen die Menschen in Schottland das Glück ins Haus seiner Freunde oder Familie, wenn man nach Mitternacht deren Haus als erste Person betritt.
Neujahrs-Traditionen in Österreich und Dänemark
Beschwingter geht es in Österreich zu: In Wien gehört es zur Tradition, um Mitternacht den Wiener Walzer zu tanzen. Neben dem Spaß an der Bewegung soll dieser Brauch außerdem Glück bringen.
Bewegung gibt es auch in Dänemark, dort springt man um Mitternacht von einem Stuhl ins neue Jahr. Gegessen wird Dorsch oder Stockfisch
Silvesterbräuche in den Niederlanden und Finnland
Nordisch frisch wird es in den Niederlanden, wenn die Mutigen zum Schwimmen im Freien ihre Kleidung ausziehen.
Die Finnen hingegen genießen am letzten Tag des alten und am ersten Tag des neuen Jahres ein Heißluftbad in der Sauna.
Silvestertraditionen in Frankreich
In Frankreich steht an „Saint Sylvèstre“ ein gutes Essen auf einem schön gedeckten Tisch. Das gesammelte alte Geschirr wiederum wird in Dänemark am Neujahrstag zerbrochen. Scherben bringen ja bekanntlich Glück. Und je größer der Scherbenhaufen vor der Tür ist, umso mehr Glück werden die Hausbewohner im neuen Jahr haben.
Beatrix Dreschner
