Süß und flauschig sind sie alle. Ob wild oder domestiziert – mit ihren großen Augen erobern Tierkinder fast jedes Herz im Sturm. Im Frühjahr erblicken viele von ihnen das Licht der Welt.
Wenn der Frühling unsere Landschaften wieder mit Leben füllt, beginnt auch die Zeit des Nachwuchses. Auf Wiesen, an Waldrändern, in Höfen und Gärten tapsen, watscheln und springen nun die Tierkinder unserer Heimat durch ihre ersten Lebenstage.
Ob scheu im hohen Gras, neugierig am Bau oder geborgen an der Seite ihrer Mutter – jedes Tierbaby erzählt seine ganz eigene Geschichte. Wir stellen acht junge Tiere vor, die jetzt draußen unterwegs sind und zeigen, wie vielfältig und bezaubernd der Nachwuchs in unserer Region ist.
Süße Tierbabys: Diese Tiere bekommen im Frühling Junge
1) Schafe – wollige Landschafspfleger
„Der Wolf im Schafspelz“, „das schwarze Schaf der Familie“ – Schafe haben in unserem Sprachgebrauch einen festen Platz. Bereits zwei Tage nach der Geburt können sich Lamm und Mutterschaf an Stimme und Geruch erkennen. Das ist wichtig, damit sich beide in der Herde wiederfinden.
Schafe gehören zu den ältesten Haustieren und werden gerne zur Landschaftspflege eingesetzt. In Deutschland leben etwa eineinhalb Millionen Schafe. Weltweit gibt es über 500 Rassen.
2) Katzen – auf Samtpfoten
Katzen gehören zu unseren beliebtes-
ten Haustieren. Sie haben ihre Ursprünge in Afrika und sind weltweit zu finden. Dank ihrer reflektierenden Netzhaut können die Samtpfoten in der Dunkelheit gut sehen. Exzellente Jäger sind sie auch aufgrund ihres Gehörs, sie hören dreimal so gut wie der Mensch.
Um sich in absoluter Dunkelheit in ihrer direkten Umgebung zurechtzufinden, nutzen sie ihre Schnurrhaare. Um zu kommunizieren, schnurren, miauen, fauchen und knurren Katzen.
3) Hauskaninchen – gesellige Langohren
Hauskaninchen kommen weltweit in über 100 Rassen und vielen Farbvariationen und Größen vor. Im Vergleich zu Hasen haben sie meist kürzere Ohren. Die geselligen Tiere brauchen zumindest einen Spielpartner. In der Wildnis lebende Kaninchen graben ihren Bau etwa zweieinhalb Meter tief in die Erde.
Sie können sehr gut sehen, riechen und hören. Kaninchenmütter bekommen bis zu vier Mal im Jahr Nachwuchs. Die Babys können bei einer Mahlzeit bis zu einem Viertel ihres Körpergewichtes trinken.
4) Rehe – tag- und nachtaktive Wildtiere
Im Mai erblicken die ersten Rehkitze das Licht der Welt und verstecken sich dann mit Vorliebe in hohem Gras oder auf Feldern. Rehe haben einen feinen Geruchssinn und können Menschen über mehrere hundert Meter wittern. Gerne bleiben sie dem Gebiet, in dem sie geboren wurden, treu.
Ein Geweih von bis zu 20 Zentimetern Länge tragen lediglich Böcke. Rehe sind tag- und nachtaktiv. Schlaf finden sie über den Tag verteilt, dösen aber auch gerne mehrfach am Tag.
5) Esel – schlaue Gesellen
Esel mit ihren über 20 Zentimeter langen Ohren sind schlaue und mutige Gesellen. Auf ihren schmalen Hufen tragen sie schwere Lasten und finden an steinigen Bergen einen sicheren Tritt. Esel lieben die Gesellschaft ihrer Artgenossen. In unbekannten Situationen bleiben die Tiere erst einmal stehen und überlegen, was nun zu tun ist.
Menschen deuten das oft als störrische Eigenschaft. Maultiere haben
einen Esel als Vater und ein Pferd zur Mutter. Genau umgekehrt ist es bei Mauleseln.
6) Enten – süße Nestflüchter
Mit großen Augen und langem Schnabel watschelt ein Entenküken daher. Bis zu 15 Geschwister können die Küken von Stockenten haben. Wen sie nach dem Schlupf aus dem Ei zuerst erblicken, dem folgen sie – in der Regel ist es die Mutter.
Sobald sie sich vom Schlupf erholt haben, können die Nestflüchter auch schon schwimmen. Tauchen gehört bei der Futtersuche dazu. Fliegen können die Jungenten mit etwa eineinhalb Monaten. Unverwechselbar sind die männlichen Vertreter der Art mit ihrem grünen Kopf und dem weißen Band um den Hals.
7) Füchse – schlaue Jäger
Um seine Beute zu erreichen, kann ein Fuchs bis zu zwei Meter hoch und fünf Meter weit springen. Auch überholt er mit seiner Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern (fast) jeden Radfahrer. Sein buschiger Schwanz macht die Hälfte seiner Körperlänge aus.
Für den Fuchs sind sein exzellenter Geruchs- und Hörsinn bei der Nahrungssuche wichtig sowie die Tasthaare an seiner Schnauze. In einem großen Bau kann der Fuchs friedlich mit anderen Tieren zusammenleben. Auch Kaninchen lässt er dann innerhalb ihrer Höhle in Ruhe.
8) Wildschweine – kluge Allesfresser
Drei Monate, drei Wochen und drei Tage dauert es etwa, bis ein Frischling mit seinen Geschwistern zur Welt kommt. Wildschweine sind Allesfresser und dringen gelegentlich in Wohngegenden ein.
Wir kennen die von ihnen aufgebrochenen Böden, wo sie nach Nahrung gesucht haben. Denn Wildschweine haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Auch können sie gut schwimmen und liegen gern an ausgewählten Ruheplätzen. Noch lieber suhlen sie sich in Schlammlachen, um Parasiten und Insekten abzuwehren. Weibliche Wildschweine leben in Rotten zusammen.
Text: Beatrix Drescher

